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Hier werden 7 Richtlinien für die Bewertung einer Stellung vorgestellt und eine kleine Anwendung.

Sieben Kriterien der Stellungsbwertung nach Karpow und Mazukewitsch (Quelle: „Stellungsbeurteilung und Plan“, Karpow und Mazukewitsch, ISBN: 3-328-00170-0, 1. Aufl. Berlin):

 

  1. Materielles Kräfteverhältnis
  2. Vorhandensein unmittelbarer Drohungen
  3. Lage der Könige (ihre Gefährdung)
  4. Beherrschung offener Linien
  5. Bauernstruktur, schwache und starke Felder
  6. Zentrum und Raum
  7. Entwicklung und Anordnung der Figuren

Dabei muss ein Schachspieler anhand dieser Kriterien seine Möglichkeiten mit denen des Gegners vergleichen. Die Stellung wird bewertet und erst dann ein Plan daraus entwickelt. Es werden Konkrete Züge ausgewählt und erst dann fängt man mit der Berechnung an.

Die Voraussetzung um 7 Kriterien umzusetzen:

 

  1. Grundkenntnisse im Positionellen Spiel
  2. Man muss gut die Taktik beherrschen
  3. Letz endlich  muss man gut rechnen Können

 

Jetzt stellt sich vielleicht einer die Frage, was soll man unter diesen 3 Punkten verstehen.

Beim Positionellen Spiel versteht man folgendes:

Offene Linien (die Türme gehören auf die offene Linie bzw. auf die 7 oder 2 Reihe für die Läufer ist eine offene Diagonal von Bedeutung), starke schwache Felder, Vorposten, Freibauer, starke schwache Figuren  (bei geschlossenen Stellungen ist Springer stärker als Läufer und andersrum) usw. …

 

Was Versteht man unter Taktik:

Lösen von einfachen Aufgaben wie Matt in 1,2 und 3 Zügen(Ganz wichtig die Motive erkennen). Verstehen von Spieß, Gabel und Fesselung usw. .

 

Um gut rechnen zu lernen hilft das Lösen von Studienaufgaben.

Die 7 Kriterien helfen einem sich in der Partie zu orientieren, ansatzweise und gezielt spielen. Auf diese Weise spart man Zeit und spielt effektiv nach Plan, d.h. nicht bloß durcheinander Rechnen.

 

Anatoly Karpow zeigt uns wie wir diese 7 Kriterien Anwenden sollen.

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Winter – Aljechin Nottingham 1936

Die Stellung wird beider Parteien an den sieben Kriterien gemessen und dann verglichen.

 

  1. Materiell ausgeglichen.
  2. Sofortige bzw. Gefährliche Drohungen sind nicht in Sicht.
  3. Die Lage der Könige ist etwa gleich, nur c3 schwächt den weißen König. Die Königsstellung scheint erst mal unwichtig zu sein und spielt keine Rolle.
  4. Nur eine einzige offenen e Linie, jedoch von keiner Partei besetzt. Schwarz könnte schneller die e Linie erreichen als weiß.
  5. Weiß kontrolliert e5 und c5, schwarz e4 und c4. Weiß besitz schwache Felder auf dem Königflügel und schwarz am Damenflügel.
  6. Keiner Besitz Raumvorteil
  7. Auf ersten Blick ist die Figurenordnung etwa gleich. Jede Figur steht in der eigenen Hälfte.

 

Die Stellung ist etwa gleich, schwarz besitzt jedoch einen kleinen Vorteil, weil er früher die e-Linie besetzen kann.

 

16.Thf1 h5! 17. Sg1 h4 18. S3e2 Sf5 19. Sf3 f6 Schwarz kontrolliert das Feld e5 und somit das Zentrum und macht die e-Linie für die Türme frei 20. Sh2 Das ist der Falsche Plan wichtig wäre die e-Linie zu halten.  20. …Tde8 21. Ld2 Te6 22. Sg4 The8 23. Tde1T8e7 24. Kd1 De8 25. Df3 Sa5!

 schachtraining stellungsbewertung26. Dd5 geht nicht wegen Te2 27. Te2 Te2 28. Da5 Sg3 29. Tf3 De4! Mit dem Schwarzen Angriff.

26. b3 Sc4 27. bc ist schlecht wegen Da4+ 28. Kc1 La3+ 29. Kb1 Tb6+ und wenn weiß nicht nimmt so dringt der Springer auf e3 und Schwarz sichert sich den Positionellen Vorteil.

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